Amigos y compañeros

Katharina Wackernagel
Dr. Ring Ding
Gtz Widmann
 

Mathias Demmer und Stephan Keller über
Dr. Ring Ding

Dr. Ring Ding

Stephan:
„Wir haben Dr. Ring Ding zum ersten Mal bei einem Konzert mit seiner Band El Bosso in der Hamburger Markthalle vor gefühlt 20 Jahren kennen gelernt. Damals hatte er schon die gleiche Statur wie heute und wurde von seinem Sänger in der Abbauphase mit einem Einkaufswagen durch die Markthalle gefahren. Das fand ich bescheuert und seine Band hat damals auch so ein Stück gehabt, wo es hieß „Immer nur Ska, den ganzen Tag Ska“. Unser Anfang war also holprig. Das nächste Zusammentreffen fand dann im Jahr 2001 statt, wo er sich dazu herabgelassen hat um 32 Takte Riddim auf unserer Platte „360°“ bei „Figs For A Meal“ von sich zu geben. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich ihm vor den Aufnahmen Essen bestellen sollte und er unbedingt „Peking-Ente“ haben wollte. Ich habe ihn dann gefragt, ob er eine oder zwei haben will und er meinte „Zwei!“ – also hat er zwei Peking-Enten verdrückt.“

Mathias:
„Ich habe ihn erst vor drei Jahren im Rahmen eines Gigs in Münster kennen gelernt. Dort wurde er mir aber als Richie vorgestellt. Ich wusste da noch nicht, dass das dieser gewisse Herr Ring Ding ist. Ich kannte ihn ehrlich gesagt eigentlich auch nur von dem H-Blockx-Ding und von ein paar Nebengeräuschen. Wir haben uns direkt sehr gut verstanden – vielleicht auch aufgrund der gleichen optischen Erscheinung – und haben uns danach noch öfters getroffen. Dann fiel auch immer der Klassiker: „Wir müssen unbedingt mal was miteinander machen!“. Im Mai dieses Jahres war es dann auch soweit und er hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte mit ihm etwas für seine Platte einzuspielen. Er hat in dieser Zeit dann bei mir gewohnt und so habe ich ihn näher kennengelernt und erfahren, was er noch so alles macht bzw. gemacht hat, z. B. Hörbücher, Werbespots oder seine Jazzplatten. Er ist ein echter Tausendsassa und omnipräsent.“

Stephan:
„Ring Ding ist auch einer der wenigen in Deutschland, die perfekt Patwah können und ist zudem ein echter Soulbrother, der sich in so ziemlich jedem Musikstil auskennt. Er hat auch zwei Songs gemacht, wo er uns gedisst hat und uns im Spaß als die kommerziellen Schweine dargestellt hat. Wir haben uns dann natürlich entsprechend revanchiert und auch wenn wir uns am Anfang gerne gegenseitig aus Spaß gedisst haben, so möchte ich die Bekanntschaft mit ihm nicht missen.“

Mathias:
„Diese Form des Dissens ist letztlich ja auch eine Form von Respekt, die er vor uns hat und die wir natürlich auch vor ihm und seiner Kunst haben. Mir fällt noch eine schöne Geschichte mit ihm ein. Er hat mal bei mir in Mainz an der Reduit gespielt. Wir trafen uns vor seinem Gig und vernichteten Cola mit Additiven. Plötzlich stand ein Mainzer Bassist neben mir, der sehr überrascht war, dass ich Ska mag, also kein enger Bekannter. Ich stellte ihm Richie natürlich unter bürgerlichem Namen vor. Er fragte, ob ich wegen Ring Ding da wäre und ob ich den denn gut finden würde. Außerdem sagte er noch, dass die einen Ring Ding gut finden, die anderen total scheisse und er selbst sei auch nicht so überzeugt. Darauf sagte Richie "Die Musik ist ok, wenn der nur nicht so scheiße aussehen würde und so fett wäre". Der Kollege lachte sich kaputt und begann herzhaft zu lästern. Aufgeklärt haben wir es nicht, erst als Richie auf die Bühne ging hat er es bemerkt. Seitdem habe ich ihn in ganz Mainz nicht mehr getroffen. Wir freuen uns sehr, dass Ring Ding mit auf unsere nächste Tour kommt.“

Homepage: www.ringding.de